Sebastian Schering
Dr. Gudrun Tauchmann

Fachärzte für Innere Medizin Hämatologie Onkologie

Palliativmedizin Hämostaseologie
Medikamentöse Tumortherapie

Hämatologisch-Onkologische
Schwerpunkt- und Gemeinschaftspraxis

Sprechzeiten:

    Mo., Di. und Do. 9 - 16 Uhr
    Mi. und Fr. 9 - 14 Uhr

NÜTZLICHE LINKS


www.krebshilfe.de
Hier stehen die Ratgeber über eine Vielzahl von Tumorerkrankungen zum Download zur Verfügung.

www.krebsgesellschaft.de
Die Homepage gibt einen Überblick über alle Sektionen der DKG, über klinische Studien sowie Leitlinien zur Behandlung der verschiedensten Tumorerkrankungen und beinhaltet zusätzlich einen Beratungsservice.

www.krebsinformation.de
Die Seite des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg bietet u.a. eine umfangreiche Sammlung von Antworten auf häufige Fragen, ein Glossar zu medizinischen Fachbegriffen sowie eine umfangreiche Liste von Patienten-Ratgebern. Außerdem finden Sie eine umfangreiche Liste von weiteren Links.

www.dgho.de
Ist die Seite der Deutschen Gesellschaft fürHämatologie und Onkologie.

www.mein-onkopedia.de
Die deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie hat zum Ziel, Patienten und Interessierte aktuell über den Stand des Wissens zu informieren. Informationen sollen helfen, Hintergründe von Behandlungsempfehlungen zu verstehen und Entscheidungen zu erleichtern. Hierfür wurde dieses Portal gemeinsam mit Selbsthilfegruppen erstellt. Zusätzlich werden die medizinischen Fachbegriffe in einem umfassenden Verzeichnis in verständlicher Sprache erläutert.


NEUES IN DER ONKOLOGIE


Fatigue bei Tumorpatienten

In einer Studie an Brustkrebspatientinnen wurd untersucht ob ein Krafttraining schon während der Strahlentherapie im Vergleich zu Entspannungsübungen zu einer Besserung von Fatigue führt Die Teilnehmerinnen nahmen über 12 Wochen 2x wöchentlich an einem je einstündigen Krafttraining teil. Nach Ender der 12 Wochen zeigte sich, dass die Teilnehmerinnen an Krafttraining deutlich weniger unter Erschöpfungssymptomen litten als die Teilnehmerinnen an den Entspannungsübungen.
Steindorf et al., Ann Oncol. 2014; 25:2237-2243
 
In einer weiteren Studie nahmen Patientinnen nach Abschluss ihrer Tumortherapie über 3 Monate 2x Wöchentlich für je eine Stunde an Yogaübungen (Hantha Yoga) teil. Im Vergleich zu einer Gruppe von Frauen, die nicht an den Yogaübungen teilgenommen hatte, zeigte sich in der Yogagruppe eine Verbesserung der Vitalität und eine Abnahme der Fatigue.
Kiecolt-Glaser et al., J Clin Oncol. 2014 ; 32 :1040-1049 
 
Beide Studien unterstreichen den positiven Effekt von körperlicher Aktivität zur Therapie der Fatigue bei Brustkrebspatientinnen
 
In einer Studie wurden Patienten mit Bronchialkarzinom, die aktuell keine Tumortherapie erhielten aber deutliche Symptome von Fatigue zeigten über 4 Wochen eine Behandlung mit dem Psychostimulanz Modafenil. Eine andere Gruppe von Patienten erhielt keine medikamentöse Therapie. Nach 4 Wochen Behandlung mit dem Psychostimulanz Modafenil Ziegte sich im Vergleich zu der Gruppe von Patienten, die nicht behandelt worden war keine Verbesserung der Fatigue Symptome.
Spathis et al., J Clin Oncol. 2014 ; 32 :1882-1888
 
Da unter Behandlung mit dem Psychostimulanz Modafenil schwere Nebenwirkungen auftreten können, wird bei fehlender Wirksamkeit von der Einnahme zur Behandlung einer Fatigue bei Tumorpatienten abgeraten.

Neurotoxizität durch Chemotherapie

 
Im Jahr 2014 veröffentlichte die amerikanische Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) erstmals eine Leitlinie zum Thema Vorbeugung und Behandlung einer Chemotherapie induzierten peripheren Neuropathie. Grundlage der Leitlinie waren die Ergebnisse von 48 randomisierten und kontrollierten Studien.
Hershman et al., J Clin Concol. 2014 : 32 :1941-1967
 
In dieser Leitlinie wurden keine Empfehlungen zur vorbeugenden Behandlung einer Chemotherapie induzierten peripheren Neuropathie ausgesprochen, da für keine der bislang getesteten Substanzen eine Wirksamkeit nachgewiesen werden konnte.
 
Auch die bislang häufig eingesetzten Infusionen von Calcium und Magnesium zu einer Thrapie mit Oxaliplatin erwiesen sich in einer 2014 veröffentlichen Studie als unwirksam.
Loprinzi et al., J Clin Oncol. 2014; 32: 997-1005
 
Für die Substanzen alpha Liponsäure und Acetyl-L-Carnitin konnten in Studien ebenfalls keine Wirksamkeit zur Vorbeugung einer Chemotherapie induzierten peripheren Neuropathie gezeigt werden.
Guo et al., Support Care Cancer. 2014 ; 22 :1223-1231
Hershman et al., J Clin Oncol. 2013 ; 31 :2627-2633

 
In der Therapie einer schmerzhaften Chemotherapie induzierten peripheren Neuropathie konnte in einer Studie für das Antidepressivum Duloxetin einer Verminderung des neuropathishen Schmerzes in Vergleich zu Placebo gezeigt werden. Der Effekt von Duloxetin auf Schmerzen durch eine Platin induzierte periphere Neuropathie war größer als bei einer Taxan induzierten peripheren Neuropathie.
Smith et al., JAMA 2013; 309:1359-1367

Zielgerichtete Therapie beim metastasierten nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom


Bei Patienten mit nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom können durch molekulargenetische Testung des Tumorgewebes eine Vielzahl von Mutationen nachgewiesen werden. Einige dieser Mutationen haben bereits jetzt Bedeutung für die Therapie von Patienten mit Metastasen. Es stehen Medikamente zur Verfügung, die beim Nachweis einiger dieser Mutationen besser wirken als die herkömmliche Chemotherapie. Die bislang für die Therapiewahl bedeutsamen Mutationen sind die EGFR-Mutationen sowie die ALK4-EML Mutation. Sie kommen überwiegend beim Bronchialkarzinom mit nicht Plattenepithel Histologie sowie gehäuft bei Nichtrauchern vor.
 
In der im Jahr 2014 veröffentlichen LUX-Lung 6 Studie wurde bei Patienten mit nicht kleinzelligem Bronchilakarzinom und dem Nachweis einer EGFR Mutation das orale Medikament Afatinib im Vergleich zu einer herkömmlichen Chemotherapie getestet. Unter Einnahme von Afatinib konnte das Gesamtüberleben um 3 Monate im Vergleich zur Chemotherapie verbessert werden. Beim Nachweis einer EGFR Mutation im Exon 19 war der Vorteil von Afatinib gegenüber der Chemotherapie mit einer Verlängerung des Gesamtüberlebens um 11 Monate besonders ausgeprägt.
Yang JCH, Sequist LV et al., J Clin Oncol. 2014; 32:5s,8004

Auf Basis dieser Daten muß für alle Patienten mit metastasiertem nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom und nicht Plattenepithel Histologie eine EGFR Mutationsanalyse vor Festlegung der Primärtherapie gefordert werden.

Optimale Chemotherapie des operierten Rektumkarzinoms nach neodajuvanter Radiochemotherapie


In der ADORE Studie wurde untersucht ob Patienten mit Rektumkarzinom, die eine neoadjuvante Radiochemotherapie erhalten hatten und auf diese nicht optimal angesprochen hatten (operative Tumorstadium ypT3-4, ypN1-2) postoperativ von einer Intensivierung der adjuvanten Chemotherapie profitieren. Hierbei wurden die Patienten entweder mit der herkömmlichen Chemotherapie aus 4 Zyklen Bolus 5FU/Folinsäure oder mit  8 Zyklen FOLFOX behandelt. 3 Jahre nach Therapieabschluss lebten 71,6 % der Patienten die eine Chemotherapie mit Folfox erhalten hatten tumorfrei, von den Patienten die eine Chemotherapie mit Bolus 5-FU/Folinsäure erhalten hatten lebten nach 3 Jahren 62,9% tumorfrei. Der größte Nutzen für eine Therapie mit Folfox fand sich bei den Patienten,  bei denen nach Abschluss der neoadjuvanten Radiochemotherapie histologisch befallene Lymphknoten (ypN1b, ypN1c) nachzuweisen waren. Allerdings traten unter einer Chemotherapie mit Folfox deutlich häufiger Veränderungen des Blutbildes (Leukozytopenie, Thrombozytopenie), Fatigue, Übelkeit und eine peripheren Neuropathie auf.
Hong YS et al., Lancet Oncol 2014 ; 15 :1245-1253
 
Aufgrund der Ergebnisse der ADORE Studie sollten insbesondere jüngeren Patienten mit hohem Rezidivrisiko über die Möglichkeit einer Chemotherapie mit Folfox beraten werden.

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